… Wissen Sie es? Wollen Sie es wissen? Oder verstehen Sie es überhaupt? Und wie sieht es mit der Aufsichtspflicht aus? Fragen über Fragen… Hier ein Überblick und ein paar kurze Antworten:
Klar ist: Kinder und Jugendliche sind um ein Vielfaches vertrauter mit den Neuen Medien und zudem mit der zugehörigen Hardware. Sie wachsen damit auf, Sie wachsen in die virtuelle Welt hinein und sie kennen sich weit besser damit aus als so mancher Erwachsener oder so manches Elternteil!
Trotzdem sind sie nach wie vor Kinder und Jugendliche und müssen wie die Erwachsenen auch Medienkompetenz erlangen um nicht in Schwierigkeiten oder Gefahr zu kommen! Sie sind und bleiben besonders schutzbedürftig. Da müssen also die Eltern ran, die Schulen und die Medien selbst.
Sie wissen nicht was ihre Tochter oder ihr Sohn am Computer macht?
Das sollten Sie aber. Lassen Sie es sich einfach erklären. Nehmen Sie sich Zeit. Man lernt nie aus und das schafft Vertrauen.
Sie wollen es gar nicht wissen?
Das ist schade, denn die virtuelle Welt ist heutzutage immens wichtig für junge Leute! So passiert es auch, dass Parallel-Welten in Social Networks entstehen, die den Kindern extrem wichtig sind. Geben Sie sich einen Ruck, lassen Sie sich von ihrem Nachwuchs begeistern oder zumindest zeigen wie “ihre Welt” aussieht.
Sie möchten Ihre Kinder schützen?
Im Internet bekommt man alles, findet man alles, auch wenn es nicht geeignet oder gar kriminell ist. Und das kann ganz schön gefährlich werden.
Kein Zugriff auf “schlechte” Webseiten: Wenn Sie Ihren kleineren Kindern eine Kindersuchmaschine an die Hand geben und erklären, können Sie zumindest sicher gehen dass diese keine für Kinder ungeeignete Inhalte findet und auf “kindgerechte” Internetseiten verlinkt. z.B. Blinde Kuh: http://blindekuh.de/
Kinderportale wie Frag Finn.de
Oder Sie setzen eine Kinderschutz-Software ein, die alle “Kinder unfreundlichen” Webseiten sperrt. z.B.: Frag Finn.de oder Klicksafe
Angst vor Mobbing innerhalb von Sozialen Netzwerken inklusive Chats etc: Wenn ihr Kind bereits in einem Sozialen Netzwerk aktiv ist (weil seine Freunde da auch sind) wird es schwierig, auf Ihr Kind “aufzupassen”. Auch hier hilft nur “reden”, sich erklären lassen was da so abläuft und sich für Ihre Gespräche interessieren und sich zeigen lassen.
Eine tolle Methode im Notfall eingreifen zu können, habe ich kürzlich von einem Kollegen gehört: Der (sagen wir mal) Facebook-Account läuft über die Emailadresse einer der Eltern, auch die Konto-Einstellungen haben Sie im Blick. Die Benachrichtigungen werden somit an die Eltern-Email-Adresse geschickt und können hin und wieder nachgesehen werden oder im Notfall als Beweis-Mittel für Mobbing etc genutzt werden. TOP: Ihr Kind “darf” mitmachen, kann aber im Notfall beschützt werden.
Sollte ihr Kind noch in keinem “Chat” oder einer bestimmten Webseite unterwegs sein, gibt es einige kinderfreundliche Chats, die zumindest über einen “Alarm-Knopf” für Moderatoren-Hilfe verfügen, sollten die Kids sich nicht mehr zu helfen wissen. Diese Webseiten können teilweise im Notfall auch Tathergänge via IP-tracking für die Polizei nachvollziehen. Die fsm (Freie Selbstkontrolle Multimedia Anbieter) biete Hilfe an und sorgt hier für Klarheit und gibt Tipps.
Und wie sieht es mit der Aufsichtpflicht aus? Was wenn ihr “großes Kind” illegale Downloads z.B. bei Tauschbörsen macht und plötzlich eine Anzeige auf dem Tisch liegt?Dazu gibt es ein neues Urteil vom BGH: Die Eltern müssen Ihre Kinder informieren, damit ist ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt worden. Siehe Urteil des Bundesgerichtshofes
Am besten schützen Sie Kinder und Jugendliche also, wenn Sie mit ihnen reden, sich interessieren und Vertrauen schaffen. Hören Sie nicht auf zu lernen, erlangen Sie zusammen mit Ihren Kindern Medienkompetenz, denn ohne diese geht heutzutage wenig.
Dann müssen Sie noch ein paar Tipps und Tricks kennen und schon lässt es sich schon etwas besser im Virtuellen Dschungel überleben.
Ihnen und Ihren Sprößlingen wünsche ich schöne Stunden im Netz!